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OUT OF DARKNESS
J.S. Bach: Magnificat, Gloria in exelsis deo
Michael Villmow: Kyrie - Da pacem
Michael Villmow – Jazzsaxophon
Barockorchester Capriccio
G.F. Händelchor Luzern
Pirmin Lang – Leitung
Noëmi Sohn – Sopran
Marianne Knoblauch – Sopran 2 (Terzett)
Peter Kennel – Altus
Hans‐Jürg Rickenbacher – Tenor
René Koch – Bass
Samstag 26. Oktober 2013 um 19:30, Jesuitenkirche Luzern
Sonntag 27. Oktober 2013 um 17:00, Klosterkirche St. Urban
Konzertdauer 90'
Hörbeispiele: Bach, Magnificat - Gloria in Excelsis Deo
Villmow, Ausschnitt aus Da Pacem
Bach's meisterhafte Barockmusik im Kontrast mit mystischen Klängen des deutschen Saxophonisten und Jazzmusikers Michael Villmow:
Eine spannende und nicht alltägliche musikalische Begegnung!
Für Michael Villmow (* 1956) ist Musik mehr als Technik, Groove und Virtuosität. Er sucht nach dem Ursprung, nach der Mystik des Klangs, nach der Tiefe der Musik. So wie vor ihm schon der norwegische Saxophonist Jan Garbarek, dessen Zusammenarbeit mit dem Hilliard Ensemble in der Musikszene für Aufsehen sorgte. Villmow geht noch weiter: Er beginnt zu komponieren und lässt sich dabei von den Werken des Mittelalters inspirieren. Die in dieser Musik innewohnende Spiritualität wirkt dabei als musikalisches Grundprinzip; als ein Streben, mit wenigen Tönen ‐ oder auch nur einem einzelnen Klang ‐ zu berühren. Villmow's Musik kontrastiert in idealer Form die beiden Werke Johann Sebastian Bachs. Bei aller barocken Prachtentfaltung ist auch Bachs Musik spirituell angelegt und Ausdrucks seines persönlichen Glaubens.
Aussergewöhnlich ist bei den beiden Bachwerken die lateinische Sprache (lutheranisches Umfeld) sowie die prachtvolle klangliche Anlage (fünfstimmiger Chorsatz, Orchester mit Pauken, Trompeten und Flöten erweitert). Grund für die festliche Anlage war wohl, dass die Erstaufführungen der Werke jeweils in die Weihnachtszeit fielen und Bach als Thomaskantor in Leipzig auf ein grösseres Instrumentarium zurückgreifen konnte.
„OUT OF DARKNESS“ ist Programm:
Thematisch wird ein grosser dramaturgischer Bogen von rund 90 Minuten Dauer gelegt. Nach Michael Villmow's düsterem „Kyrie“ – einem Hilferuf nach Erlösung – bringt Bach’s „Magnificat“ hoffnungsvolle Zuversicht. Maria’s Lobgesang nimmt Bezug auf die bevorstehende Geburt des Erlösers, der die Menschheit retten und Frieden bringen soll – der Licht ins Dunkel bringt. Der Wunsch nach Frieden will in Villmow’s „Da pacem“ weltumspannende Botschaft sein. Frieden gelingt dann, wenn alle ihren individuellen Beitrag leisten – der Komponist nimmt Bezug auf Texte des Franz von Assisi (1181‐1226). Der Friedenswunsch ist aber auch zentraler Bestandteil der Bachkantate 191 „Gloria in excelsis deo“, welche zum grossen Gotteslob anstimmt. Die Sätze der Kantate wurden später Bestandteil der grossen Messe in h‐Moll.
Pirmin Lang, Januar 2013